Gründung warum?

für unsere Beschäftigte in Alzey

Ein Grillfest im Grünen, der gemeinsame Besuch eines Erlebnisbades oder einer Theateraufführung: Solche Veranstaltungen könnten den Zusammenhalt der Beschäftigten der Zoar-Werkstätten und der betreuten Wohnungen dieses evangelischen Diakoniewerkes aus Rockenhauen stärken. Insgesamt 320 Mitarbeiter sind in den Werkstätten in der Hagenstraße und der Dependance Bahnhofstraße für körperlich und geistig Behinderte sowie im Zoar-Werkhaus in der Spießgasse für psychisch Erkrankte beschäftigt – in der Produktion oder als Betreuer und Anleiter. Um gemeinsame Freizeitaktivitäten unternehmen zu können, soll nun ein Förderverein für die Alzeyer Zoar-Einrichtungen gegründet werden.

 

Denn von ihrer Grundsicherung, die sie vom Staat bekommen, und dem kleinen Lohn der Werkstätten können die beeinträchtigten Menschen solche Veranstaltungen „außerhalb der Reihe“ nur schwer finanzieren, wissen Claudia Mitulla, Integrationsfachkraft, und Gruppenleiter Stefan Schreiweis aus der Werkstatt in der Bahnhofstraße. „Wir treffen uns am Mittwoch, 12. Juni, um 18 Uhr in der Werkstatt in der Hagenstraße zur Gründung des Fördervereins. Jeder, der sich einbringen möchte, ist willkommen“, verdeutlicht Claudia Mitulla. Neun Kollegen aus dem Mitarbeiter- und Betreuerkreis der Werkstätten haben die Idee des Fördervereins entwickelt. Sie informieren vor der offiziellen Gründung zunächst über dessen Zielsetzung.

„Es geht darum, die Kranken zu unterstützen, Erlebnisse als ganze Gruppe zu organisieren“, hält Claudia Mitulla fest. Gemeinsame Unternehmungen stehen hoch im Kurs. „Unsere Grillfeste sind zum Beispiel immer total beliebt“, sagt Stefan Schreiweis. Der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben – der Inklusion – dienen auch Ausflüge oder kulturelle Unternehmungen. „Zu Theaterfahrten könnten sich die Teilnehmer bei Interesse anmelden, der Verein würde die Kosten übernehmen“, blickt Stefan Schreiweis schon einmal in die Zukunft.

 

Im Werkhaus arbeiten 120 psychisch Kranke; unter anderem montieren sie Lüftungsklappen für die Autoindustrie. Dort gibt es auch eine Pilzzucht, und die Beschäftigten setzen Mauer-Anker für Gerüste zusammen. 20 Betreuer und Fachanleiter kümmern sich um diese Mitarbeiter. In der Hagenstraße sind 150 Männer und Frauen mit Schreinerei- und Alu-Bauarbeiten sowie Montagetätigkeiten beschäftigt. 20 Mitarbeier in der Bahnhofstraße reinigen Ernährungspumpen und zerlegen Wasserzähler in ihre Komponenten. „Hier ist eine Firma aus Kirchheimbolanden unser Auftraggeber“, erklärt Stefan Schreiweis.

Er und seine Kollegen würden sich sehr freuen, wenn recht viele Alzeyer zur Gründung des Fördervereins kämen, Behinderte, ihre Angehörigen , „jeder, der Interesse und Ideen hat“. Sie verweist auch darauf, dass ein weiteres Zoar-Haus in der Frankenstraße in Planung ist. Hier können die Behinderten im Betreuten Wohnen leben und werden von Fachkräften unterstützt – im Haushalt, bei Arztbesuchen oder Behördengängen. „Die Warteliste ist schon lang, denn dieses weitgehend selbstbestimmte Wohnen ist begehrt“, erläutert die Integrationsfachkraft.